Deutschland ein Wintermärchen,

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Heinrich Heine Bände

habe ich gesehen, am Theater in Berlin, vorgetragen von Eberhard Esche. Ich weiß nicht mehr genau wann das war, 1984, 1985 so ungefähr und es war in Ostberlin, ich glaube es war im DT, im Deutschen Theater.

Ich war fasziniert von Eberhard Esche.

Was wirklich von Heines Werk in mein Bewusstsein oder Unterbewusstsein vorgedrungen ist, kann ich nicht mehr so genau sagen, aber es war und ist immer präsent und ganz besonders heute.

Heinrich Heine, der Meister im Umgehen der Zensur mittels Symbolen, Metaphern, Ironie und Witz ist heute aktueller denn je.

Ich bin aufgewachsen in der DDR und offiziell gab es keine Zensur, doch sie war allgegenwärtig. Das direkte Anbringen von Kritik war quasi unmöglich oder hatte schwerwiegende Konsequenzen. Die Freiheit der Kunst gab es in der DDR nicht, doch Kunst sucht sich ihren Weg in die Freiheit und das ist für mich das Faszinierende. Viele Künstler entwickelten ihren eigenen Stil, arbeiteten mit Metaphern, mit Mehrdeutigkeiten, aus dem Zusammenhang gerissenen Texten, verpackt in wunderschöner Lyrik, die jeder verstand der sie verstehen wollte.

Wenn wir anfangen Kunst, in welcher Form auch immer zu zensieren, wissen wir, dass wir uns im tiefsten Winter befinden auch wenn die Kirschbäume in voller Blüte stehen.

Ich habe alle Heinrich Heine Bände zu Hause, ein Schatz von meinem Vater und Danke Papi. Es ist an der Zeit den Computer auszuschalten und die Heine Sammlung aufzuschlagen.

Ulrike

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