Einmal Stockholm hin- und zurück…

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Reisepass Symbolbild

für einen neuen Reisepass. Ich habe ihn zwar nicht verloren, aber er ist abgelaufen. Noch mal Glück gehabt, hoffentlich.

Das bedeutet für mich, einen neuen Reisepass zu beantragen und das ist wirklich eine Prozedur. In einem fremden Land kann man nicht einfach die nächste Einwohnermeldestelle aufsuchen, nein es muss die Botschaft sein und die befindet sich in Stockholm.

Doch bevor ich mich auf den Weg mache, muss ich alle notwendigen Dokumente zusammensuchen. Hoffentlich ist bei meiner ständigen Umzieherei nichts verloren gegangen.

Was braucht man alles? Das hängt natürlich von den persönlichen Umständen ab und genauere Informationen gibt es auf der Webseite des Auswärtigen Amtes in Stockholm.

In meinem Fall war das die, Geburtsurkunde, Fotos, Abmeldebescheinigung vom letzten Wohnort, Personbevis från Skatteverket (Wohnsitznachweis vom Finanzamt) und der Status meiner Aufenthaltsgenehmigung.

Für mich als Bürokratiehasser eine fast unmögliche Aufgabe. Welcome back in Germany.

Nach einigem Suchen habe ich meine Geburtsurkunde in einer von unseren unzähligen Umzugskisten gefunden, ebenso die Abmeldebescheinigung, 50% erledigt.

Fotos habe ich nach der Arbeit machen lassen, ungefähr 20 Euro, 70% erledigt.

Personbevis, das erfordert ein Telefonanruf beim schwedischen Finanzamt in schwedischer Sprache. Nach einigem Zögern und Schweißausbrüchen habe ich auch das gemeistert und weil es so gut ging noch ein Anruf beim Migrationsverket (Ausländerbehörde), 100% erledigt.

Nach dreimaligem Kontrollieren habe ich meinen Termin gebucht und der war Montag vor einer Woche.

Da ich mich mit den schwedischen öffentlichen Verkehrsmitteln nicht auskenne, habe ich mich wagemutig mit dem Auto in die schwedische Hauptstadt gewagt. Eine Entscheidung die ich noch eine Woche später bereue. Ich bin immer noch komplett fertig. Obwohl, so schlimm war es dann auch nicht, ging alles gut.

Punkt 8 Uhr an einem Montagmorgen mit dem Auto in der Stockholmer City. Jeder, wirklich jeder andere Platz wäre ein besserer gewesen. Wenn ich nur daran denke, schwirrt es in meinem Kopf. Autos überall, Fahrräder überall und Unmengen an Mopeds, so viele hatte ich bisher nur in Italien gesehen. Gut dass es wenigsten Navis gibt, frage mich wie ich das früher bewältigt habe? Kann mich noch gut an Trips mit Karte vorm Steuer erinnern.

Ich bin nervös und schwitze doch irgendwie bin ich durchgekommen und stehe vor der deutschen Botschaft in Stockholm, 10 Minuten vor meinem Termin. Geschafft!

Der Rest ging eigentlich ziemlich unkompliziert und es fühlte sich so gar nicht nach deutscher Bürokratie an. Meine Bearbeiterin war super freundlich und nach 10 Minuten stand ich wieder draußen. Allerdings ohne alten und neuen Pass. Mmmmh, nicht so gut. Ohne Pass ist man ein lebender Toter.

Spontan fällt mir ein Buch ein, dass ich vor vielen Jahren gelesen habe, „Das Totenschiff“ von B.Traven. Es geht um einen Seefahrer, der nach einem Landgang sein Schiff verpasst auf dem sich seine einzigen Papiere befinden. Ab diesem Tag ist er ein Staatenloser, ein eigentlich nicht existierendes Individuum, ein lebender Toter.

Ein tolles Buch und absolut empfehlenswert, damals habe ich es verschlungen. Ich hoffe nicht, dass es mir wie diesem Seefahrer ergehen wird, da ich noch im Besitz von anderen Papieren bin.

Doch so inaktuell ist das Thema gerade heute nicht.

Mein Leben hängt an einem seidenen Faden und an meinem Reisepass. ;-)

In diesem Sinne wünsche ich eine geordnete Woche mit möglichst wenig oder gar keiner Bürokratie.

LG Ulrike

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Kommentare

Gestern durfte ich meinen neuen Reisepass bei der Post abholen. Vier Wochen war ich ohne und gut dass ich nicht verreisen musste. Jetzt bin ich wieder ein Mensch und so soll es sein :-)

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