Runner’s High – Läuferhoch

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Zittauer Gebirgslauf 1989 - Lauf Nr. 1

Was ist das eigentlich und warum sprechen alle davon?

Als ich so um die 20 Jahre alt war, also schon eine Weile her, habe ich an drei Zittauer Gebirgsläufen teilgenommen. Den Wettkampf gibt es auch heute noch und spontan habe ich beschlossen, nächstes Jahr dabei zu sein, obwohl es fast eine Weltreise ist von Norrköping in Schweden nach Zittau in der wunderschönen Oberlausitz.

Es wäre eine Reise in die Vergangenheit und ich bin mir nicht so sicher, ob ich das will, mal sehen. Mehr Informationen zum Lauf gibt es hier, auf der Zittauer Gebirgslauf Webseite und vielleicht sehen wir uns ja dann dort.

Das erste Mal war für mich ein Desaster, das darauffolgende Jahr konnte ich schon durchlaufen, war jedoch total erschöpft und am Ende meiner Kräfte und im dritten Jahr war es dann endlich da, das Läuferhoch. Ich lief wie ein Uhrwerk, ich fühlte mich glücklich, kraftstrotzend und von Erschöpfung keine Spur.

Zu dieser Zeit wusste ich noch nichts vom Läuferhoch, aber seitdem jage ich diesem Gefühl hinterher, ziemlich erfolglos.

Danach plagten mich Probleme im Knie und auch beruflich war es in der Nachwendezeit schwer für mich, meinen Platz zu finden und so wurde das Laufen nach unten priorisiert. Leider, denn Laufen macht Spaß und ist unsere natürlichste Bewegungsform.

Laufen ist für mich der ehrlichste Sport überhaupt, man kann sich nur schwer selbst betrügen und er gibt exakt Auskunft über die körperliche Verfassung.

Seit meinem Zittauer Gebirgslauf hatte ich dieses Gefühl niemals wieder. Ich erlebte manchmal ein gutes Gefühl, meistens war ich einfach nur erschöpft.

Doch dieses Jahr ist alles anders, im Juli habe ich mich entschlossen, das Laufen nach oben zu priorisieren und zwar an allererster Stelle. Nach einem Check beim Arzt und einer Regulierung meiner Blutwerte mit Eisen, fühlte ich mich fest entschlossen meine Laufleistungen zu verbessern.

Ich empfehle wirklich jedem, vorher einen Check beim Arzt zu absolvieren. Ich glaube meine Eisenwerte waren über Jahre zu niedrig und deshalb konnte ich bei allen Bemühungen mich einfach nicht verbessern.

Ich befinde mich nun in der siebenten Trainingswoche und ich habe konsequent alle Trainingseinheiten absolviert, immer auch auf meinen Körper gehört und manchmal konnte ich es einfach nicht vermeiden, meine Einheit gehend zu bewältigen. Ich habe aber auch einen tollen Trainingsplan, der als Basis die Zeit hat und nicht die Kilometer. Ich stelle Euch meinen Trainingsplan ein anderes Mal vor.

Gestern war es nun soweit, eigentlich hatte ich wie immer keine Lust zum Training und schon gar nicht am Sonntag, wenn es auf die lange Distanz geht, sprich 1.5 Stunden am Stück laufen. Aber schon nach wenigen Minuten merkte ich, dass es super gut geht und nach ungefähr einer halben Stunde war es dann da, das Läuferhoch oder im eingedeutschten Englisch, Runners High. Ich habe nie Drogen ausprobiert aber so ungefähr stelle ich es mir vor.

Hier ist ein schöner Artikel, der die biochemischen Zusammenhänger des Runner’s High einfach beschreibt:

http://www.zeit.de/news/2015-10/05/wissenschaft-das-glueck-des-laeufers-und-die-endocannabinoide-05211402

Und nun hoffe ich, dass ich nicht sportsüchtige werde, kann es nämlich kaum bis zu meinem nächsten Training abwarten. Ob ich dann wieder auf mein Runner’s High treffe ist fraglich, schön ist es allemal.

Wünsche allen einen guten Lauf in die Woche.
LG Ulrike

Kommentare

Hallo Ulrike, wieder ein interessanter Beitrag von Dir. Ich lese sie immer sehr gerne. Bei Deiner Schreibweise mag man immer gerne weiterlesen. Und was Du hier vom Laufen schreibst ist sehr interessant. Ich habe zurzeit ein ähnliches Gefühl beim Walken bzw. schnell gehen oder Fahrrad fahren. Meistens ist es aber das Gehen. Und, wenn ich meine Schritte gegangen bin und meine vorgenommene Zeit aktiv war, bekomme ich ein Glücksgefühl.
Ich wünsche Dir noch viele solche Glücksmomente beim Sport, das ist sicherlich gut für Körper, Geist und die Seele. lG Rita

Danke Rita, die meiste Zeit versitze ich ja, wie so viele andere auch. Wir sind eine Sitzgesellschaft geworden. Da hilft nur Bewegung, auch wenn es manchmal Überwindung kostet. Manchmal frage ich mich auch, was die ganze Lauferei eigentlich soll? Wenn man wenigsten noch via Generator Enerige erzeugen würde, anstatt sie zu verbrauchen. ;-) Dann versuche ich einfach loszulaufen und nicht über Sinn und Unsinn nachzudenken und wenn ich wieder zu Hause bin fühle ich mich einfach gut. Das ist doch Sinn genug, oder?

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