Schubladendenken

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Aus meinem Atelier

Ich bin Ingenieurin, zumindest habe ich das studiert und arbeite auch als Ingenieurin und ja, ich bin auch stolz auf meinen Beruf. Es ist ein Beruf bei dem man jeden Tag etwas Neues lernt, kreativ und produktiv ist. Dieser Beruf sichert mir mein Überleben und die Freiheit auch andere Dinge tun zu können.

Trotzdem, ich bin doch nicht nur Ingenieurin, da gibt es doch noch so viel mehr. Ich bin auch Handwerkerin, schließlich habe ich vor meinem Studium Fahrzeugschlosser gelernt und ich bin auch Künstlerin, denn ich habe für ein Jahr eine Kunstschule besucht und da gäbe es noch mehr aufzuzählen.

Doch einmal Ingenieurin immer Ingenieurin.

Der erlernte Beruf, ob nun gewollt oder nicht, reduziert mich auf diese eine Sache. Es ist schwer, davon loszukommen. Einerseits ist es ja gut, es gibt mir eine Identität, einen Rahmen und eine Antwort auf die Frage was ich bin. Warum nur denken wir so extrem in Schubladen? Je grösser die Freiheit je geringer die Sicherheit und umgekehrt.

Okay, ein Arzt ist ein Arzt, ein Pilot ein Pilot, ein Tischler ein Tischler, ein Künstler ein Künstler etc. Es gibt viele, die von klein auf genau wussten was sie im Leben erreichen wollen und es auch umgesetzt haben. Diesen Menschen gilt meine vollste Bewunderung.

Leider gehöre ich nicht dazu und viele andere sicherlich auch nicht.

Ich kenne Leute mit Beruf, die auf die Frage was sie sind mit Kosmopolit antworten oder mit Abenteurer.

Für viele ist das Leben eine ewige Suche, verbunden mit Erfolgen und Misserfolgen.

Für mich bedeutet das Reduzieren meiner Person auf meinen Beruf eine Einschränkung meiner Freiheit und das Reinpressen in eine Schublade und das tut weh.

Eine Möglichkeit, mich aus dieser Schublade zu befreien ist diese, meine Webseite. Sie ist nicht perfekt aber macht mir Spaß. Sie gibt mir die Möglichkeit, mich zu artikulieren und meine Artikel und meine kreativen Arbeiten zu publizieren und vielleicht bekomme ich ja eines Tages Feedback.

Im Moment befinde ich mich gerade in meiner Schublade und freue mich, aus dieser in wenigen Stunden auszubrechen und einfach Mensch sein zu dürfen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schönen Montag.

Cheers!
Ulrike

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