Sommerloch oder Sommertheater

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Theater Vorbereitung

Gerade bin ich ins Sommerloch gefallen oder man kann es auch Urlaub nennen.

Ein komisches Phänomen, seit Januar freue ich mich wie verrückt auf den Sommerurlaub und jetzt wo er da ist fühle ich mich schwach und lustlos, eingebettet in eine riesengroße Leere, mein Sommerloch.

Die Frage ist nur, wie komme ich da wieder raus? Ich finde einfach nichts zum festhalten. Nicht mal meinen geliebten Montagsartikel konnte ich gestern schreiben und auch heute fällt mir einfach nichts ein.

Also einmal durchatmen und überlegen? Was machen denn die Politiker so im Sommerloch?

Ganz genau, sie kramen in ihrem Schreibtisch herum und in irgendeiner Schublade findet sich bestimmt etwas. Bei mir ist es der Dachboden, bin gleich wieder zurück.

…zzzz…

So, da bin ich wieder und habe doch tatsächlich etwas gefunden. Ein kleines Theaterstück, dass ich geschrieben habe und das wir auch immerhin einmal privat aufgeführt haben. Wir, das waren mein Sohn und seine Freunde. Es war fast schon ein Musical da wir es zu der Musik von Nightwish "The Poet And The Pendulum" Instrumental gespielt haben. Es war nicht perfekt, aber es hat viel Spaß gemacht und meine Gedanken schweifen immer mal wieder zu diesem Ereignis.

Wünsche Euch viel Spaß beim Lesen! Hoffe es gefällt und inspiriert Euch.

Text: Ulrike Graeber
Musik: Nightwish - The Poet And The Pendulum - Instrumental

Im Reich der Finsternis

Personen:
Herrscherin der Finsternis: H
Bürgermeister: B
Diener 1: D1
Diener 2: D2
Volk:

Ort und Handlung:
Spielt im Reich der Finsternis, jenen Ort, der für den Menschen nicht sichtbar und fühlbar ist. Ab und zu werden Menschen in dieses Reich entführt und werden zu Dienern dieser dunklen Macht. Entführt werden nur die vom Wesen edelsten Menschen. Scheinbar bilden sie keine Gefahr für die Herrscherin der Finsternis und bieten dennoch alle Qualitäten einer guten Dienerschaft. Doch nur scheinbar …

(0:00)
Die Königin betritt mit dem Bürgermeister den Festplatz und
nimmt platz auf dem Thron.

H: Eine zauberhafte Nacht ist erwacht
und mit ihr mein Königreich.
Ich, die Herrscherin der Finsternis,
eröffne den schaurigen Reigen.

Einmal im Jahr,
nicht wahr, genau zu dieser Stunde,

B: Ja, Majestät!

H: kämpfen meine Diener,
allesamt verwunschene Menschenskinder,
bis zum letzten Tropfen Blut.

Nur einem gewähre ich
als Lohn für dieses Spektakel,
so denn ich es will,
den Rückweg in den Tag.

B: Jawohl, so ist es!

(1:17)
H: Kommt, kommt herbei!

Die Herrscherin ruft die Diener herbei, sie kommen schwungvoll herein.

(1:45)
Es fallen Schüsse.
Diener knien nieder.

(2:00)
Volk marschiert demütig ein.

H: Ah mein geliebtes Volk marschiert ein,
getreue Untertanen, so soll es sein.
sie geben alles und bekommen nichts,
arme Halunken, arme Taugenichts.

So ein Spektakel ab und zu,
garantiert mir Macht und Ruhm.
So soll es denn sein, lasst uns beginnen,
lasst unsere Herzen durch euer Blut höher springen!

Hier sind die Waffen!
Kämpft diesen Kampf!

Kampf beginnt.
Aufstellung
Verbeugung

(3:00)
H: Diener haltet inne für eine Audienz des Bürgermeisters!

Diener halten im Kampf inne, Bürgermeister tritt zur Königin.

(3:12)
B: Verehrte Hoheit, Majestät,
Herrscherin der Finsternis,
ihr ergebenster und treuester Diener,
Vorstand und Bürgermeister ihres Volkes,
überreicht ihnen diesen Obolus
zu ihren treuen Händen.
Es sind die Steuern eures Volkes.
Wir sagen Dank und genießen den Fortgang
unseres Festes.

H: So ist es recht,
doch nun auf zur zweiten Runde,
will doch endlich Blut fließen sehen.

(3:46)
Diener kämpfen weiter.

(4:20) Nach erschöpfendem Kampf stoppen die Diener,
sie schauen sich an, drehen sich umeinander, sie sind skeptisch.

(4:49)
D1: Mein Freund, warum tun wir uns das an?

D2: Es ist die Chance, das einer von uns überleben kann.

D1: Woher willst du das wissen?
Glaubst du dem Tyrann?
Dieser Hexe da, kann man nicht trauen.
Wir werden tot sein,
schon bald,
zum nächsten Morgengrauen.

Und sind wir nicht Freunde,
haben wir nicht geteilt
Leid und Schmerz?
Und jetzt
richten wir die Schwerter aufeinander
und durchbohren unser Herz?

D2: Mein Freund, ja, du hast recht,
wir sind todgeweiht,
unsere einzige Chance ist zu kämpfen,
zu kämpfen gegen diesen Tyrann.
Für uns, für unser Volk, für unsere Freiheit!

Freiheit oder Tod!

D1: Freiheit oder Tod!

Herrscherin geht verächtlich auf Diener zu.

(5:52)
H: Nein ihr habt keine Chance,
ihr seid in meiner Hand,
seid in meiner Finsternis gefangen,
ihr seid gefangen.

Pah, lächerlich, kämpft weiter!

Das demütige Volk bemerkt die Wende des Geschehens,
nimmt die Kapuzen ab und greift ins Geschehen mit ein.

(6:32)
V: Angst, Angst immer wieder Angst,
wurden gefangen wieder und wieder
machtlos etwas zu tun,
gelähmt und

Unser Leben ist so lang,
doch jede Sekunde so schmerzhaft,
niemals konnten wir die Sonne sehen,
Lachen war uns fremd,
nur der Schrei uns im Ohr erklingt.

1000 Jahre gefesselt durch euren Fluch,
doch nun ist es ein für allemal genug
geht von dannen, geht von hinnen,
lasst uns endlich in ruh!

Volk und Diener formieren sich gegen das Böse,
Diener bekommen vom Volk richtige Waffen.

(7:12)
Bedrohlicher Dialog mit der Herrscherin beginnt.

D1: Du Ungeheuer, wir werden nicht mehr Deine Diener sein.

H: Papperlapapp, mein Zauber ist stark und ihr seid schwach.

D2: Doch unser Wille wird stärker als Dein Zauber sein.

H: Niemals, nichts kann meinen Zauber brechen.

D1: Warts nur ab, elendige Kreatur, deine Zeit ist vorbei.

H: Bürgermeister! Bürgermeister,
so befehle ihnen doch Gehorsam!

B: Liebes Volk, liebes Volk,
bewahrt doch Ruhe, liebes Volk,
es ist doch unsere Königin,
nichts Böses steht ihr im Sinn.

D2: Schleimer geh zur Seite!

D1: Verschwinde, du zwielichtige Gestalt, Heuchler!

H: Was wollt ihr?
Habt ihr nicht gelebt all die Jahre gut mit mir?
Ist das der Dank dafür?
Ist das der Lohn für mein Bemühen?

D2: Gepeinigt und geknebelt habt ihr uns
doch damit ist für immer Schluss!

D2 zu D1: Los mein Freund,
schwing dein Schwert herauf,
machen wir der Hexe den Garaus!

Schwingen ihre Schwerter

(8:00)
Der Angriff auf die Herrscherin beginnt
Benutzt ihren Besen
Benutzt den Revolver

(8:48)
Atempause
Herrscherin ist eingekreist

(9:00)
Es gelingt ihr die Flucht
Flucht durch die Reihen
Herrscherin ist umzingelt

(9:30)
V: Heute im Jahr 2008,
Mitternacht,
zur Schwelle des 24. Februar
wird es die Erlösung geben
und ein jahrtausendalter Fluch
findet jetzt sein langersehntes Ende
in diesem Tal,
durch den ungebrochenen Mut
dieser jugendlichen und mutigen Knaben.

(9:58)
Tötet sie!

Herrscherin am Boden, alle sind erschrocken, niemand kann
glauben, dass es nun vorbei sein soll.
Bürgermeister steht abseits und beobachtet das Geschehen.
Alle anderen gehen im Kreis langsam um die Herrscherin herum.
Sie erhebt sich

(11:06)
H: Es ist so kalt,
so leer,
oh was habt ihr gemacht mit mir?
Das Schwert geführt durch eure Hand,
tief in mir fühle ich verbranntes Land.

Es ist vorbei, es ist verloren,
war ich nicht für euch auserkoren?
Ich hab euch so sehr geliebt
all mein Schmerz nehm ich mit,
ihr habt gesiegt.

(12:55)
Herrscherin stirbt

Alle umarmen sich nacheinander

D1 zu D2: Es ist vollbracht!
D2 zu V1: Nun ist es vorbei!
V1 zu V2: Wir sind erlöst!
V2 zu V3: Endlich frei!

Bürgermeister betrauert Herrscherin doch gleichzeitig hat er Angst, auch getötet zu werden. Doch das Volk und die Diener reichen ihm versöhnlich die Hand, ist er doch nur ein bedauernswerter Geist und war ebenso Gefangener der Herrscherin. Alle reichen ihm die Hand.

- Ende -

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Körperkunst
Foto: Ulrike Graeber

Wünsche allen eine schöne Sommerwoche, mit Langeweile oder ohne, aktiv oder passiv, auf jeden Fall erholsam.

LG Ulrike

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